Knowledge Bunte Lichter für mehr Sicherheit 10 July 2025 German Bunte Beleuchtung und Musik tragen zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl in Tunneln in der Nacht bei. Dies ging aus Ergebnissen des Projekts in vier Tunneln in Amsterdam hervor, in denen sich Radfahrer am unsichersten fühlen. Dieses Projekt gewann den von Goudappel ausgetragenen Wettbewerb des Fahrradinnovationslabs. In einer Umfrage konnten die amsterdamer Bevölkerung angeben, in welchen Fahrradtunneln sie sich am unsichersten fühlten. Daraus wurden vier Tunnel ausgewählt, und für einen Tag mit bunte Discobeleuchtung, Vogelgeräusche, Orangenduft und einer leichten Brise ausgestattet wurden. So werden alle vier Sinne angesprochen – Sehen, Hören, Riechen und Fühlen. Anschließend wurden die Radfahrer*innen in den Tunneln nach ihrer Erfahrung mit und ohne die Anpassungen befragt. Auf Grundlage dessen wurde bestimmt, wie viel Einfluss die verschiedenen Sinne auf die Erfahrung des Tunnels haben. Das Sehen (Discolichter) erzielte mit 44 Prozent die höchste Punktzahl, gefolgt vom Hören (Vogelgezwitscher) mit 35 Prozent, dem Riechen (Organgenduft) mit 16 Prozent und dem Fühlen (dem leichten Wind) mit 5 Prozent. Iris van Hagen van Goudappel, die zusammen mit ihrem Kollegen Thijs Broers den Versuch konzipiert und durchgeführt hat, vermutete bereits, dass der visuelle Aspekt am wichtigsten sein würde. „Die Menschen sind visuell eingestellt, scannen die Umgebung aus der Ferne und schätzen dann ein: Bin ich sicher? Das tun wir seit prähistorischen Zeiten. Das war also nicht überraschend. Anfangs schien die Discobeleuchtung weniger Wirkung zu haben, als wir gehofft hatten, aber dieser Effekt erwies sich als signifikant.“ Die Ergebnisse anderen Tunnel zeigten vor allem, dass die Anpassung an die Umgebung passen muss. Die Vogelgeräusche waren bei Radfahrern beliebt, solche Geräusche passen auch zu einem Außenstandort. Allerdings fanden die Teilnehmenden den Orangenduft nicht passend zur Umgebung, und obwohl der Wind im Rücken zu Tunneln passt, empfanden einigen Teilnehmenden die Ventilatoren als störend, unter anderem durch die Geräuche. Die Ergebnisse des Projekts können in größerem Maßstab angewendet werden, indem beispielsweise mehr mit Farbe in Fahrradtunneln gearbeitet oder Lärm des Autoverkehrs herausgefiltert wird. Im Fahrradtunnel des Nieuwe Purmerweg, einem der Tunnel des Versuchs, wird die Stadt Amsterdam bald ein Lichtkunstwerk eröffnen. Es ist ein Geschenk an die Einwohner*innen im Zusammenhang mit dem 750. Jubiläum der Stadt.